Vom Rechthaben zum Ruhigwerden – drei Stufen für mehr Liebe im Miteinander

Kennen Sie das? Zwei Menschen, die sich eigentlich lieben, stehen sich gegenüber wie zwei Festungen. Jede*r beharrt auf dem eigenen Recht. Erwartungen werden zu Forderungen, aus Gesprächen wird ein Clinch. Und am Ende gibt es keinen Kompromiss – nur zwei Erschöpfte.

Heute habe ich mit einem Paar genau dort angesetzt. Nicht bei ihnen selbst, sondern bei dem, was sie im Umfeld beobachten. Daraus sind drei Stufen entstanden, die ich gerne teile.

Stufe 1: Hinschauen – was machen andere schlecht?
Starre, Fixierung, Streit. Erwartungen, die nicht ausgesprochen, aber eingefordert werden. Ein Festbeißen, bei dem keine*r mehr zurück kann. Es ist erstaunlich entlastend, das zuerst bei anderen zu erkennen. Der eigene Anteil zeigt sich dann ganz von selbst – ohne Schuld, mit einem leisen Schmunzeln.

Stufe 2: Umkehren – was wäre das Gegenteil?
Einen Schritt zur Seite treten. Aufeinander zugehen. Den Fokus öffnen, statt ihn zu verengen. Kompromissbereit sein – nicht als Niederlage, sondern als Entscheidung für die Beziehung. Schon hier wurde es im Raum spürbar entspannter.

Stufe 3: Noch eins draufsetzen – aktive Zuwendung
Und dann haben wir gefragt: Was, wenn es nicht nur beim Gewährenlassen bleibt? Was, wenn daraus eine liebevolle, aktive Zuwendung wird? Wohlwollend sein. Gewähren. Achten. Respektieren. Danken.

Da kehrte etwas ein, das sich nicht machen lässt, sondern geschieht: eine echte, tiefe Ruhe. Liebe. Das Gefühl, so sein zu dürfen – und den anderen so sein zu lassen.

Diesen Raum haben wir dann gemeinsam vertieft.

Für Sie zum Ausprobieren
Wenn Sie das nächste Mal merken, dass Sie im Recht sein wollen, fragen Sie sich: Auf welcher Stufe stehe ich gerade? Und was bräuchte es für den nächsten Schritt?

Manchmal ist es nur ein Schritt zur Seite. Und manchmal ein Danke.